Reisebericht "KWANDO" Botswana, Namibia & Simbabwe 15.07.2025 - 03.08.2025
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Dieses Mal hat uns der Reisekatalog von Chamäleon-Reisen echt überzeugt. Es werden Rundreisen in kleinen Gruppen mit höchstens zwölf Teilnehmern angeboten. Da Rundreisen oft ziemlich anstrengend sind, haben wir uns für die 20-tägige Genießer-Reise „KWANDO” entschieden.
Bei einer Genießer-Reise wird von Anfang an mehr Zeit für das Entdecken, Beobachten, Fotografieren und Verweilen eingeplant. Das hat natürlich seinen Preis, aber man lebt schließlich nur einmal. So denke ich jedenfalls. Wir gönnen uns etwas und investieren für diese Traumreise 6.300 Euro pro Person.
Der Reisetermin vom 15.07.2025 bis zum 03.08.2025 fällt in den afrikanischen Winter bzw. in die Trockenzeit.
Wir hoffen, dadurch mehr Tiere beobachten zu können. Außerdem ist der Wasserstand an den Viktoriafällen im Juli nicht mehr so hoch wie in der Regenzeit, sodass der Sprühnebel geringer ausfällt. Die Sicht auf die Wasserfälle ist dann deutlich besser.
16.07.2025
Wir machen einen kurzen Halt in Windhoek, der Hauptstadt von Namibia. Unser Gepäck bleibt im Flugzeug, da wir mit dem gleichen Flieger weiterreisen. Wir Passagiere müssen das Flugzeug verlassen und etwa eine Stunde im Terminal warten. Draußen sind angenehme 10 Grad, ganz schön kühl!
Nach weiteren anderthalb Stunden in der Luft landen wir in Victoria Falls, Simbabwe. Für Simbabwe benötigen wir ein Visum, das wir direkt bei der Ankunft am Flughafen für 30 US-Dollar in bar erhalten.
Nachdem wir alle Kontrollen hinter uns haben, wartet Christopher, unser Reiseleiter, bereits auf uns. Christopher ist ein echter Afrikaner, der in Namibia geboren und aufgewachsen ist! Nachdem unser Gepäck im Minibus verstaut ist und jeder seinen Platz gefunden hat, fahren wir zu unserem ersten Hotel, der Ilala Lodge.
Auf dem Weg gibt uns Christopher ein paar nützliche Infos: Wir müssen uns keine Sorgen um Trinkwasser machen, es gibt immer einen Kanister im Auto, aus dem sich jeder bedienen kann. Und viel Bargeld brauchen wir auch nicht, in den Unterkünften kann man in der Regel mit Kreditkarte zahlen. Später haben wir aber auch die Möglichkeit, Geld abzuheben. Moskitonetze sind selbstverständlich über jedem Bett vorhanden. Kurz gesagt: Entspannt euch und genießt die Reise!
Die Ilala Lodge, ein familiengeführtes Hotel, liegt etwa 800 m von den Victoriafällen entfernt. Von unserer Terrasse aus haben wir einen tollen Blick auf einen schönen Park. Jetzt sind es angenehme 26 Grad, also schauen wir uns die Hotelanlage genauer an und schlendern durch den kleinen Ort Victoria Falls.
Abgesehen von vielen Souvenirläden, einer alten stillgelegten Eisenbahn, weiteren Hotels und zahlreichen Tour-Anbieter-Büros gibt es nicht viel zu sehen.
Um 18 Uhr treffen wir uns am Pool. Jeder stellt sich vor, und Christopher erzählt, was wir morgen so unternehmen können. Danach gibt es unser erstes gemeinsames Abendessen. Ich bestelle mir eine Krokodil-Roulade für 22 US-Dollar. Aufgrund der Hyperinflation in den letzten Jahren sind die Preise in Simbabwe größtenteils in US-Dollar angegeben. Das Krokodil schmeckt wirklich köstlich. So macht Urlaub Spaß!
17.07.2025
Was könnte aufregender sein als ein Hubschrauberflug über die beeindruckenden Victoriafälle? Schon vor unserer Reise haben wir bei Chamäleon-Reisen die Gelegenheit gebucht, die Wasserfälle aus der Luft zu sehen. Der etwa 15-minütige Flug über die Fälle kostet 160,- US-$ pro Person (plus 15,- US-$ für den Eintritt in den Nationalpark), also insgesamt 175,- US-$. Das ist wirklich eine Menge Geld.
Bereits früh am Morgen holt uns ein Shuttle ab und bringt uns zum Helipad. Dort angekommen, können wir fast im Minutentakt beobachten, wie die Helikopter abheben und landen. Nach einer Sicherheitsunterweisung wird uns der Flug anhand einer Karte erklärt. Dann müssen wir noch auf die Waage und unterschreiben.
Und dann ist es endlich so weit. In Gruppen von fünf Personen geht es zum wartenden Helikopter. Die Person mit dem größten Objektiv an der Kamera darf vorne neben dem Piloten Platz nehmen, während die anderen vier hinter ihr sitzen. Jeder hat einen Fensterplatz.
Aus der Vogelperspektive bekommen wir einen fantastischen Blick auf die Lage und Form der Victoriafälle. Jetzt im Juli, zu Beginn der Trockenzeit, stürzen immer noch gewaltige Wassermassen herab, während die Gischt bis zu hunderten Metern in die Höhe spritzt. Das Ganze wird von wunderschönen Regenbögen umrahmt. Der Anblick ist einmalig.
Von hier oben haben wir einen weiten Blick auf den Sambesi, dessen Wasser sich über eine Breite von 1708 m in eine quer zum Fluss verlaufende, 110 m tiefe und kaum mehr als 50 m breite Schlucht mit steilen Basaltwänden ergießt. Und schon geht es wieder zurück zum Landeplatz.
Am Nachmittag erkunden wir die Wasserfälle zu Fuß. Christopher bringt uns den kurzen Weg bis zum Eingang, kümmert sich um die Eintrittskarten und legt eine Uhrzeit fest für die, die mit dem Minibus zurück zur Lodge fahren möchten. Die anderen können sich mehr Zeit lassen und dann zu Fuß zurückgehen.
Der gut ausgeschilderte Wanderweg entlang der Wasserfälle ist in verschiedene Abschnitte mit den entsprechenden Aussichtspunkten, oder wie man heute sagt, Viewpoints, unterteilt. Insgesamt gibt es 16 Viewpoints.
Wir fangen am Aussichtspunkt 2 – dem „Chain Walk“ – an.
Auf dem Chain Walk, der hinunter in die Schlucht führt, haben wir einen tollen Blick auf den Teufelskatarakt. Die Stufen sind hier ganz schön rutschig, da die Gischt ständig hochspritzt. Der Anblick ist so beeindruckend, dass mir die Sprache wegbleibt.
Es dauert einen Moment, bis ich mich wieder sortieren kann, um zu begreifen, was ich hier erlebe. Im Gegensatz zu dem 15-minütigen Hubschrauberflug kann ich hier in Ruhe genießen und verweilen. Aber ganz ruhig ist es hier auch nicht. Ich spüre die immense Kraft, die sich im Donnergrollen des Wassers bemerkbar macht.
Jetzt geht’s weiter zu Aussichtspunkt 1, dem Teufelskatarakt und der Statue von Livingstone. Der Schotte David Livingstone war der erste Europäer, der die Victoriafälle am 16. November 1855 entdeckte und darüber berichtete. Er benannte sie nach Königin Victoria. Die Einheimischen nennen sie Mosi-oa-Tunya, was so viel wie „der Rauch, der donnert“ bedeutet.
Wir drehen um, passieren Aussichtspunkt 2 und erreichen die Aussichtspunkte 3, 4 und 5. Diese Punkte sind ganz nah beieinander und bieten einen großartigen Blick auf den Teufelskatarakt. Der Pfad schlängelt sich weiter entlang der Schlucht durch den Victoria Falls Regenwald, der hier durch den Wasserdampf entsteht.
Die Aussichtspunkte 6 und 7 bieten eine umfassende Sicht zurück auf den Teufelskatarakt und auch auf den Beginn der Hauptfälle, die rechts liegen.
Aussichtspunkt 8 hat die beste Aussicht auf die Hauptfälle mit atemberaubenden Regenbögen. Hinter diesem Punkt beginnt der echte Regenwald. Hier regnet es rund um die Uhr, 365 Tage im Jahr. Wer bis jetzt keine Regenjacke trägt oder keinen Regenschirm dabei hat, könnte das später bereuen.
Von den Aussichtspunkten 9, 10 und 11 hat man direkten Blick auf die Hauptfälle. Der beste Blick auf den Devil’s Pool ist von Punkt 10 aus. Während der Trockenzeit, wenn der Wasserfluss stark abnimmt, können die ganz Mutigen direkt am Rand des Wasserfalls im Teufelsbecken schwimmen.
Der Wasserstand ist noch ziemlich hoch und die Sicht ist durch den Regen stark eingeschränkt, also schnell weiter zu Aussichtspunkt 12, Livingstone Island. Das ist die Insel auf der gegenüberliegenden Seite der Schlucht, von der aus Livingstone, der Legende nach, die Wasserfälle zum ersten Mal erblickte.
Aber jetzt wird das Filmen und Fotografieren etwas knifflig. Alles ist extrem nass. Weiter östlich von Livingstone Island erreichen wir Aussichtspunkt 13 – Horseshoe Falls. Wie der Name schon sagt, hat die Natur hier eine hufeisenförmige Struktur geschaffen.
Aussichtspunkt 14 – Rainbow Falls ist mit 108 m der tiefste Abschnitt. Der Weg hier ist schon sehr rutschig und nass. Dann folgt der östlichste Aussichtspunkt 15 auf der simbabwischen Seite, der Danger Point. In der Trockenzeit kann man über die Felsen zum Danger Point klettern und einen atemberaubenden Blick in die Schlucht genießen. Ich versuche es mal, rutsche aber an einem Felsen ab und muss mich mit beiden Händen an dem glitschigen Felsen festhalten. Dieser Punkt ist wirklich eine Herausforderung. Vorsichtig auf allen Vieren ziehe ich mich zurück.
Der letzte Abschnitt des Weges führt dann wieder etwas südwestlicher und weg vom Regen. Er endet direkt am Aussichtspunkt 16 mit Blick auf die Victoria Falls Bridge. Die Victoria Falls Bridge überspannt den Sambesi direkt unterhalb der Victoriafälle. Sie wurde über der zweiten Schlucht der Fälle erbaut. Offiziell eröffnet wurde sie am 12. September 1905 von Professor George Howard Darwin, dem Sohn von Charles Darwin.
Mit durchnässten Klamotten, aber total begeistert, machen wir uns auf den Rückweg zum Ausgang. Da unser Taxi mit Christopher bereits abgefahren ist, gehen wir den Weg zur Lodge zu Fuß zurück. Das war schließlich so vereinbart.
Am Abend bereiten uns ein paar Antilopen und Warzenschweine vor unserer Terrasse viel Freude. Ein erlebnisreicher Tag voller Eindrücke und glücklicher Momente neigt sich dem Ende zu.
18.07.2025
Heute Morgen steht eine zweistündige Bootstour auf dem Programm. Wie der Afrikaforscher David Livingstone einst, erkunden wir den Sambesi mit dem nostalgischen Boot Ra-Ikane. Dieses Boot bringt uns zurück in die Vergangenheit und lässt uns die vielfältige Tier- und Pflanzenwelt näher kennenlernen.
Wir treffen uns um 06:45 Uhr an der Rezeption und machen uns auf den Weg zum Bootsanleger. Die Ra-Ikane ist ein kleines, exklusives Boot, das Platz für maximal 16 Personen bietet. Es wurde nach Lazarus Ra-Ikane benannt, dem Führer von Victoria Falls-Entdecker David Livingstone, und sieht dem Boot aus jener Zeit sehr ähnlich.
Es ist ein schöner, ruhiger und sonniger Morgen. An Bord gibt es ein leichtes Frühstück mit Säften, Tee und Kaffee. Die Vogelbeobachter unter uns kommen voll auf ihre Kosten. Und für diejenigen, die es größer mögen, gibt es auch viele Flusspferde und Krokodile, die sich hervorragend fotografieren lassen.
Am Horizont können wir eine große Rauchwolke erkennen – das sind die beeindruckenden Viktoriafälle. Nach zwei Stunden sind wir zurück in unserer Lodge, wo wir erneut frühstücken können.
Danach stellen wir unser Gepäck vor die Tür, checken an der Rezeption aus und um 11:00 Uhr hat jeder seinen Platz im Minibus eingenommen. Wir haben uns entschieden, die Plätze im Minibus rotieren zu lassen, damit jeder die Möglichkeit hat, verschiedene Plätze auszuprobieren.
Unser Ziel für heute ist der Chobe Nationalpark in Botswana. Christopher erinnert uns daran, ein zweites Paar Schuhe griffbereit zu haben. Der Grund dafür ist der Grenzübergang nach Botswana.
Bevor wir einreisen dürfen, müssen wir über eine Seuchenmatte laufen. Offiziell müssen alle Schuhe desinfiziert werden. Die Grenzbeamten gehen davon aus, dass jeder mindestens zwei Paar Schuhe besitzt, also muss unbedingt ein weiteres Paar Schuhe kurz auf die Seuchenmatte gestellt werden. Wir sind gut vorbereitet und meistern den kleinen Schritt über die Grenze problemlos.
Weiter geht es nach Kasane in Botswana. Am Chobe-Fluss erwartet uns die Chobe Bush Lodge. Es handelt sich um eine großzügige Hotelanlage, die aus zwei Hotels besteht – der Bush und der Safari Lodge. Restaurant, Bar, Lounge und Zimmer sind aus einheimischem Holz gestaltet. Die Zimmer sind geräumig und geschmackvoll dekoriert. Wir beziehen unser Zimmer A5.
Die Safari Lodge ist etwas schöner und liegt direkt am Fluss. Dorthin zieht es uns, nachdem wir eingecheckt und unsere Zimmer bezogen haben. Wir bestellen uns einen Drink an der Bar und genießen den Blick auf den Chobe-Fluss.
Am Abend speisen wir im Restaurant der Safari Lodge. Wie gewohnt informiert uns Christopher ausführlich über die bevorstehenden Abenteuer.
Morgen geht es sehr früh auf Safari im Chobe Nationalpark. Abfahrt ist um 06:00 Uhr. Kaffee und Kuchen werden vom Hotel ab 05:45 bereitgestellt.
19.07.2025
Es ist heute früh ziemlich frisch, so gegen 05:30 Uhr. Wir schlendern gemütlich zum Hauptgebäude. Der heiße Kaffee tut richtig gut. Ein Stück Kuchen passt auch schon. Die Hauskatze schlingelt sich um meine Beine. Wir hoffen, heute noch größere Katzen zu sehen.
Pünktlich um 06:00 Uhr teilt sich unsere Gruppe auf zwei wartende Geländewagen auf. Das Abenteuer kann beginnen. Wir passieren das Tor und die Geländewagen schlängeln sich über einen Sandweg. Links und rechts ist dichter Busch. Neugierig halten wir die Augen offen, entdecken anfangs nichts.
Dann gibt der Dickicht den Blick auf eine flache Fläche frei. Wir stehen am Chobe-Fluss. Der Anblick des Sonnenaufgangs entschädigt für das frühe Aufstehen. Jetzt fahren wir am Fluss entlang und können ein paar Flusspferde entdecken. Zahlreiche Wasservögel warten ebenfalls darauf, fotografiert zu werden.
Die Pirschfahrt geht weiter. Wir verlassen das Ufer und scheuchen eine große Gruppe Perlhühner auf. Majestätisch schreiten ein paar Giraffen durch das Gestrüpp. Vorsichtig zupfen sie Blätter von den Zweigen.
Die Pirschfahrt setzt sich fort. Wir entdecken eine Herde Antilopen und halten wieder an. Diese wunderschönen Tiere sind ein Geschenk der Natur, voller Anmut und faszinierender Vielfalt. Kurz darauf drückt unser Guide aufs Gas. Offensichtlich hat er von etwas Großem gehört. Wir sehen weitere Jeeps. Alle haben dasselbe Ziel.
Und dann entdecken wir ihn. Den König der Tiere. Zuerst noch weit weg, aber dann pirschen wir uns langsam näher. Jetzt sind es nur noch drei bis vier Meter und mein Bauchgefühl sagt mir, dass es genug ist. Man sollte diesen Tieren nicht so nahe kommen. Nicht aus Angst, sondern einfach aus Respekt. Wir dringen ohne Einladung in ihren Lebensraum, ihr Zuhause ein und machen Lärm und verpesten die Luft. Dennoch sind sie schön anzusehen.
Langsam und vorsichtig ziehen wir uns zurück. Und langsam bewegen wir uns nun auch wieder in Richtung Ausgang des Nationalparks. Ein Schakal kreuzt unseren Weg und links und rechts kann die bunte Vogelwelt bewundert werden.
Doch dann gibt es noch ein weiteres Highlight. Eine große Elefantenherde bewegt sich gemächlich durch den Busch. Im Unterholz sind sie nicht so einfach zu fotografieren.
Kurz vor dem Ausgang gibt es noch einen Stau. Was gibt es hier noch zu sehen? Zunächst sieht man nichts. Doch da, eine Schlange, wahrscheinlich eine Python. Was für ein Glück!
Jetzt ist es nicht mehr weit bis zum Tor. Ein paar Warzenschweine bilden den Abschluss dieser Safari. Um 09:30 Uhr sind wir wieder in unserer Lodge.
Schnell ziehen wir uns um und genießen anschließend ein üppiges Frühstück in der Chobe Safari Lodge. Wir machen einen kleinen Spaziergang zum Bootssteg. Am Ufer angekommen, lesen wir einige Warnhinweise. „Achtung: Flusspferde“ und „Achtung: Krokodile“ steht da. Es gibt auch einen Grillplatz und eine Strandbar. Von hier aus startet heute Nachmittag um 15:00 Uhr unsere Bootssafari. Bis dahin heißt es entspannen.
Es ist 14:45 Uhr und wir sind zurück am Steg. Jetzt kann unsere Bootssafari auf dem Chobe Fluss beginnen. Schon beim Betreten des Bootes spürt man diese besondere Stimmung. Das Wasser funkelt in der Nachmittagssonne und die Luft ist erfüllt mit dem Gesang der Vögel. Wasser ist Leben, das fühle ich hier. Nach nur wenigen Minuten erblicken wir das erste Krokodil am Ufer und ein weiteres schwimmt im Wasser. Anscheinend gibt es hier jede Menge Krokodile. Die Warnschilder am Weg zum Steg waren also nicht ohne Grund.
Es dauert nicht lange, bis wir in der Ferne einige Elefanten am Ufer entdecken. Langsam nähern wir uns ihnen. Es sind zwei Elefantenkühe mit jeweils einem Halbwüchsigen und einem noch jüngeren Kalb. Das sieht einfach fantastisch aus.
Wir fahren gemächlich weiter und entdecken eine Gruppe Kaffernbüffel auf einer Insel im Chobe Fluss. Diese beeindruckenden Tiere sind wahre Kraftpakete. Der Anblick wechselt nun wieder zu einer etwas größeren Elefantenherde am Ufer. Der Chobe Fluss zieht anscheinend alle Tiere an. Wir sind total beeindruckt von der Tierdichte. Es herrscht ein reges Kommen und Gehen.
Ein paar Elefanten kommen entspannt zum Wasser, um zu trinken und sich abzukühlen. Zwei Jungtiere messen sich spielerisch in einer kleinen Rangelei. Es ist faszinierend, die mächtigen Tiere so nah zu beobachten. Ihre Bewegungen wirken gleichzeitig stark und friedlich. Jeder auf dem Boot hat den besten Platz. Besser könnte es nicht sein.
Jetzt gehen einige Elefanten ins Wasser und nehmen ein Bad. Langsam tasten sie sich voran. Weitere Elefanten folgen, und wir sehen, wie eine ganze Elefantenfamilie zum anderen Ufer schwimmt. Alle sind begeistert. Was für ein Anblick!
Unser Boot fährt weiter, und keine 10 Minuten später bestaunen wir erneut massive Kaffernbüffel. Sie stehen im flachen Wasser und genießen das frische, saftige Gras. Auch einige Flusspferde gesellen sich dazu.
In der Ferne können wir auch Giraffen beobachten. Eine Elefantenfamilie gönnt sich ein ausgiebiges Schlammbad, was für die kleinen Elefantenkinder ein Riesenspaß ist.
Die Sonne steht inzwischen etwas tiefer, und ein weiterer Höhepunkt kündigt sich an. Wir fahren an einer Insel vorbei, und der Sonnenuntergang taucht die Wasseroberfläche in goldenes Licht. Ein wunderschöner Anblick.
Eine Herde Elefanten kommt langsam aus der Ferne im seichten Wasser auf uns zu. Wir halten an, um diesen Moment noch einmal zu genießen. Es ist der perfekte Abschluss eines unvergesslichen Tages.
20.07.2025
Heute nehmen wir Abschied vom Chobe-Nationalpark und Botswana. Unser Ziel ist Namibia, genauer gesagt der bekannte Caprivi-Zipfel. Das bedeutet, dass wir heute erst einmal auf Tour gehen.
Um 06:00 Uhr stehen wir auf. Bis 07:30 Uhr sollten die Koffer vor der Tür bereitstehen. Frühstück gibt’s ab 07:00 Uhr. Die Rechnung muss an der Rezeption beglichen werden, und vergesst nicht, den Schlüssel abzugeben. Wir fahren um 08:00 Uhr los.
Auf dem Weg zur Grenze sehen wir noch jede Menge Elefanten und Giraffen. Bereits gegen 09:00 Uhr erreichen wir den Grenzübergang, die Ngoma-Brücke, die den Chobe-Fluss überquert und die asphaltierte Straße B8 mit der A33 verbindet. Sie bringt Reisende vom Chobe-Nationalpark (Botswana) in die Sambesi-Region, die heute offiziell als Caprivi Zipfel bezeichnet wird, und umgekehrt.
Seit April 2025 benötigen deutsche Staatsbürger für touristische Reisen nach Namibia ein Visum. Dieses haben wir bereits vor unserer Reise als E-Visum online beantragt. Unser Reiseveranstalter Chamäleon-Reisen hat uns auch hier mit nützlichen Erklärungen und Hilfen beim Ausfüllen unterstützt. Wirklich vorbildlich.
Die Entstehung der Sambesi-Region geht auf den Vertrag zwischen Deutschland und England über die Kolonien und Helgoland vom 1. Juli 1890, den sogenannten „Helgoland-Sansibar-Vertrag“, zurück.
Im Rahmen dieses Vertrags verzichtete das Deutsche Reich auf zukünftige Ansprüche auf Witu und Sansibar. Im Gegenzug fiel die Insel Helgoland an Deutschland, und seine Kolonie Deutsch-Südwestafrika erhielt Zugang zum Sambesi.
Dahinter stand die deutsche Strategie, eine territoriale Verbindung zwischen den südwestafrikanischen Gebieten und Deutsch-Ostafrika zu schaffen. Die Verhandlungen wurden von Reichskanzler Caprivi geleitet, was auch den Namen Caprivi Zipfel erklärt.
Der nächste Stopp ist Katima Mulilo, die Hauptstadt der Sambesi-Region im äußersten Nordosten Namibias. Die Stadt liegt am Südufer des Sambesi. Wir parken vor dem großen Einkaufszentrum der Stadt. Hier gibt es auch Geldautomaten. Im Einkaufszentrum besorgen wir uns anschließend ein paar belegte Brötchen und Kekse für die spätere Mittagspause.
Danach geht’s weiter. Wir machen einen Abstecher zum Mafwe Living Museum. Das Museum zeigt, wie die Mafwe vor der Kolonialzeit lebten. Die Dorfbewohner führen traditionelle Tänze, Musik und Rituale vor. Auch das Fangen von Tieren, Korbflechten und andere Handwerkskünste werden demonstriert.
Gegen 14:00 Uhr halten wir an einer Tankstelle. Hier machen wir eine etwas verspätete Mittagspause. Um 17:00 Uhr erreichen wir schließlich unser heutiges Ziel. Es ist das Divava Okavango Resort & Spa, das direkt am erhöhten Ufer des Okavango, unterhalb der Popa-Fälle, liegt. Unser Chalet hat die Nummer 9 und ist ein bisschen weit vom Hauptgebäude entfernt. Das WLAN funktioniert hier nicht.
Dafür ist das Badezimmer riesig. Eine freistehende Badewanne bietet einen Blick auf den Okavango. Es gibt sowohl eine Innen- als auch eine Außendusche. Die private Terrasse ist der perfekte Ort, um die Ruhe des Flusses zu genießen und ein Glas Wein zu trinken. Die gesamte Einrichtung ist stilvoll und vereint Komfort mit authentischem Safari-Charme.
Auch das Personal ist außergewöhnlich aufmerksam und freundlich. Insgesamt bietet dieser Ort einen Hauch von Luxus, den wir sehr genießen. Wir treffen uns um 19:00 Uhr zum Abendessen und schlemmen ein hervorragendes Dinner.
21.07.2025
Heute dürfen wir etwas länger schlafen, denn unsere Gruppe wird mit unseren eigenen Minibus unterwegs sein. Das Frühstück findet um 08:00 Uhr statt und um 09:00 Uhr steigen wir alle in den Minibus.
Es geht auf Safari im tierreichen westlichen Bwata-Nationalpark. Wir hoffen, heute einen Leoparden zu entdecken. Zuerst werden wir allerdings von ein paar Straußen empfangen.
Für die Vogelbeobachter unter uns gibt es viele Fotomöglichkeiten. Dabei sehen wir unter anderem Rotbauchwürger, Glanzstare und Bienenfresser.
Danach begegnen wir einer Herde von Gnus und natürlich dürfen die Impalas nicht fehlen. Diese Antilopen sind wirklich hübsch und zahlreich vertreten.
Auch Giraffen sind zu beobachten. Eine majestätisch dahinschreitende Giraffe verleiht dem Ganzen eine besondere Eleganz.
Wir fahren entlang eines Uferweges und können einen Waran sehen. Leider bleibt der Leopard verborgen. Trotzdem ist es immer wieder ein Vergnügen, so viele Tiere zu beobachten. Diese Reise ist einfach traumhaft.
Zurück zu unserer schönen Unterkunft machen wir eine kleine Pause. Ab 15:00 Uhr gibt es Kaffee und Kuchen, und um 16:00 Uhr steht eine Bootssafari mit Tierbeobachtungen auf dem Plan.
Der Okavango zeigt sich von seiner ruhigen Seite. Eine bunte Tier- und Vogelwelt lässt die Herzen von Natur- und Vogelbegeisterten höher schlagen. Wir können unter anderem Flusspferde, Krokodile und Gelbschnabelstörche beobachten.
Langsam wird der Fluss lebhafter. Die ersten Stromschnellen kündigen sich an. Vor uns liegen die Popafälle. Trotz ihres Namens sind das keine klassischen Wasserfälle, sondern Stromschnellen, die durch einen Quarzit-Felsriegel entstehen. Die Boote, wir sind nicht die einzigen Touristen, legen an einer Sandbank an.
Mit einem Glas Wein in der Hand genießen wir auf der breiten Sandbank einen schönen Sundowner.
Nach der Bootstour freuen wir uns auf ein hervorragendes Abendessen.
22.07.2025
Heute Vormittag wollen wir noch einmal auf Safari gehen. Dafür stehen wir recht früh auf. Um 06:30 Uhr gibt es ein kleines Frühstück und um 07:00 Uhr geht’s los. Draußen ist es noch ziemlich frisch. Ein knisterndes Feuer im Kamin des Haupthauses ist genau das Richtige.
Für die heutige Tour stehen zwei offene Geländewagen bereit. Kaum sind wir ein paar Kilometer im Park gefahren, kommt uns schon eine große Herde Antilopen aus dem dichten Gebüsch entgegen. Kurz darauf haben wir das Glück, eine Familie von Affen zu beobachten. Auch einen beeindruckenden Gelbschnabeltoko können wir bewundern.
Dann fahren wir einen Weg entlang des Ufers und entdecken die ersten Kaffernbüffel. Sie stehen bis zu den Knien im Wasser und genießen das frische Gras. Wir halten kurz an, um die Szenerie auf uns wirken zu lassen.
In der Nähe des Ufers sind auch viele Vögel zu sehen. Es fühlt sich an, als wären wir in einem riesigen, lebendigen Gemälde, das sich mit jedem Schritt verändert.
Um 10:00 Uhr erreichen wir einen Rastplatz und es gibt ein weiteres Frühstück. Danach setzen wir unsere Safari fort und eine große Herde Kaffernbüffel kreuzt unseren Weg. Kurz darauf sehen wir eine kleine Gruppe der scheuen Sable Antilopen.
Zum Schluss entdecken wir noch eine Herde Elefanten, die sich an den Zweigen der kargen Bäume laben. Einen Leoparden haben wir diesmal allerdings wieder nicht gesehen.
Zurück in unserer Lodge machen wir erstmal eine kleine Pause, denn um 15:00 Uhr steht eine Bootsfahrt an. Doch der Kapitän fehlt. Christopher telefoniert und gibt sein Bestes. Er erfährt, dass der Kapitän bei Freunden im Nachbardorf ist. Die Bootsfahrt wird heute wohl nichts mehr. Offenbar gab es vorher ein kleines Missverständnis.
Christopher entschuldigt sich bei uns und schlägt spontan eine weitere Safari mit unserem Minibus vor. Alle stimmen zu und schon sitzen wir im Bus. Diesmal haben wir unsere erste Begegnung mit einer wunderschönen Giraffe. Sie bewegt sich ruhig und anmutig, trotz ihrer Größe.
Am Ufer zeigen sich ein Silberreiher und einige Witwenpfeifgänse. Direkt davor liegt ein Krokodil. Es ist eine schöne Szene, die zeigt, wie verschiedene Tiere zusammenleben und sich ihren Platz und das Futter teilen.
Wir fahren weiter und entdecken wieder ein paar Impalas. Sie sind elegant, leichtfüßig und ständig in Bewegung.
Dann sehen wir noch ein Krokodil, ein lebendes Fossil. Einzigartig, wie alles in der Natur.
Ein großer alter Affenbrotbaum ist ebenfalls etwas Besonderes. Ich mag Bäume, und dieser hier ist besonders schön. Um seinen Stamm sind viele große Steine gelegt.
Die Elefantenpopulation hat in den letzten Jahren stark zugenommen. Glücklicherweise! Doch die Tiere suchen hauptsächlich während der Trockenzeit das Wasser im Stamm und nutzen auch die Nährstoffe in der inneren Rinde. Mit den Steinen können so besonders wertvolle Bäume geschützt werden.
Auf unserer Weiterfahrt begegnen uns viele Affen. Sie sitzen in den Bäumen und beobachten uns, während wir sie beobachten. Wir schauen nach oben und sie schauen nach unten. Für Außenstehende ist das bestimmt eine interessante Perspektive.
Sie scheinen keine Angst zu haben. Vielleicht wissen sie, dass heute kein Leopard in der Nähe auf uns lauert. Wir machen winke, winke und verabschieden uns von den Affen.
Es dauert nicht lange, da treffen wir auf eine Gruppe von Elefanten, die gemütlich durch den Busch wandern. Immer wieder richten diese beeindruckenden Tiere ihre Ohren auf. Sie haben uns im Blick und scheinen uns klar zu machen: Bis hierher und nicht weiter.
Wir haben nicht vor, diese unsichtbare Linie zu überschreiten. Ehrfurcht gebannt beobachten wir sie und spüren, wie die Zeit für einen kurzen Moment stillsteht. Die riesigen Tiere wirken wie alte Wächter, als wüssten sie mehr, als wir jemals verstehen könnten. Die Herde zieht weiter und wir setzen unsere Pirschfahrt fort.
Es folgen die typischen Verdächtigen: Antilopen und Gnus. Den krönenden Abschluss eines ereignisreichen Tages bilden ein paar Strauße. Es wird bereits dunkel, als wir unsere Lodge wieder erreichen.
23.07.2025
Heute brechen wir auf aus der Capriviregion und dem traumhaften Divava Okavango Resort & Spa. Unser nächstes Ziel ist die Callie’s Game Lodge im Norden des Otavi-Dreiecks.
Die Otaviregion liegt östlich des Etoscha-Nationalparks und verbindet die namibische Hauptstadt Windhoek mit dem belebten Norden Namibias sowie der Kavango- und Capriviregion. Diese Region wird durch die drei Städte Otavi, Tsumeb und Grootfontein als Otavi-Dreieck bezeichnet.
Um 08:00 Uhr geht’s los. In Grootfontein machen wir eine Mittagspause. Wir erreichen die Callie’s Game Lodge kurz nach halb vier am Nachmittag. Die Lodge befindet sich nördlich von Tsumeb in einem privaten Wildpark, der verschiedene Antilopenarten beherbergt und ist perfekt als Zwischenstopp auf dem Weg zum berühmten Etosha Nationalpark.
Wir werden in gemütlichen Chalets untergebracht und das Essen ist ebenfalls spitzenmäßig. Diesmal habe ich mich für Fisch entschieden, nicht für Fleisch.
Nach dem Abendessen sitzen wir noch eine Weile am Lagerfeuer, während Christopher die dazu passenden Geschichten erzählt.
Zum Schluss wünscht uns die Chefin des Hauses noch einen „Lecker Schlafen.
24.07.2025
Ein neuer Tag beginnt in der Callie’s Game Lodge. Unsere bereitgestellten Koffer werden zum Minibus gebracht und eingeladen. Frühstück gibt’s um 07:00 Uhr, Abfahrt ist um 08:00 Uhr. Nach einem letzten Blick auf die Lodge geht es los in Richtung Etosha Nationalpark.
Die Strecke führt zunächst über gut ausgebaute Schotterstraßen. Mit jedem Kilometer wird die Landschaft weiter, offener und ursprünglicher. Nach etwa einer Stunde erreichen wir das Von-Lindequist-Gate, den östlichen Eingang des Parks.
Der Name ehrt den damaligen Gouverneur von Deutsch-Südwestafrika, der die Weitsicht hatte, Etosha am 22. März 1907 zum Wildreservat zu erklären. Es wird auch als Namutoni Gate bezeichnet, da es direkt zum Namutoni Camp führt und nur wenige Kilometer davon entfernt liegt.
Nach dem Passieren des Gates entfaltet sich die Welt von Etosha wie ein riesiges Naturtheater. Die Straßen schlängeln sich durch Buschland, lichte Wälder und weite Ebenen.
Gleich zu Beginn können wir eine prächtige Giraffe bewundern. Kurz darauf sehen wir eine Herde Impalas. Wir erreichen das Namutoni Fort.
Das Fort war eine Festung in der ehemaligen Kolonie Deutsch-Südwestafrika. Es wurde 1897 als deutscher Polizeiposten gegründet und 1903 zu einem Fort ausgebaut.
1904 wurden 150 Männer der hier stationierten deutschen „Schutztruppe“ abgezogen, weil sie im Süden im Krieg gegen die Hereros gebraucht wurden. Die in dieser Region lebenden Ovambos galten als friedlich. Doch die Ovambos griffen die im Fort noch befindlichen 4 deutschen Soldaten und 3 Farmer an. Der Übergriff konnte zunächst zurückgeschlagen werden. In der Nacht gelang es den Deutschen, nach Süden zu fliehen.
Am nächsten Tag zerstörten die Ovambos das Fort. Der Wiederaufbau fand von 1905 bis 1907 statt. Hier, an diesem von deutscher Geschichte geprägten Ort, machen wir eine Pause.
Nach der Pause fahren wir nur einen Kilometer, als eine Herde Gnus gemächlich über die Ebene zieht, ihre dunklen Silhouetten wirken wie wandernde Schatten. Immer wieder werfen sie prüfende Blicke in unsere Richtung.
Zwischen ihnen springen einige Springböcke, federleicht, als würden sie die Schwerkraft nur aus Höflichkeit anerkennen. Zwei Trappen, stolz wie Könige, schreiten durch das Gras. Sie wirken, als würden sie den gesamten Park für sich beanspruchen.
Die Etosha-Pfanne schimmert silbrig am Horizont. Etosha ist ein Ort, an dem Tiere keine Attraktionen sind, sondern die eigentlichen Bewohner, die uns für ein paar Stunden in ihre Welt einladen.
Wir nähern uns einem Wasserloch. Hier versammeln sich die unterschiedlichsten Tiere. Momentan hat jedoch eine Herde Gnus den Vortritt. Einzelne Antilopen warten in respektvollem Abstand.
Wir fahren weiter und stoßen auf eine Gruppe Zebras. Einige Tiere liegen flach auf dem Boden, alle Viere von sich gestreckt, während andere im Stehen dösen. Alle wirken sehr entspannt. Die Tiere zeigen hier keinerlei Scheu vor uns Menschen, solange ein respektvoller Abstand gewahrt bleibt.
Wir entdecken eine Giraffe, die hoch über das spärliche Gestrüpp hinausragt. Es ist stets ein Vergnügen, die Anmut dieser majestätischen Tiere zu bewundern.
Einige Elefanten schlendern gemütlich vorbei, als hätten sie alle Zeit der Welt.
Dann sehen wir erneut eine Gruppe von Gnus und jede Menge Antilopen. So viele Tiere sind hier versammelt. Wir sind total begeistert.
Eine riesige Herde Zebras kommt uns parallel zur Straße entgegen. Gemächlich ziehen sie an uns vorbei. Es scheint kein Ende zu nehmen.
Weiter westlich, an einem der Wasserlöcher, ist viel los. Eine Gruppe von Elefanten, deren Haut grau wie der Boden ist, hat sich das kostbare Wasser geschnappt, ihre Schritte sind schwer, aber dennoch sanft.
Die älteren Tiere stehen entspannt und trinken in langen, bedächtigen Zügen. Manchmal berühren sie sich mit ihren Rüsseln — eine stille Geste der Nähe, Vertrautheit und Familienbande.
Die Jungtiere zeigen sich im Imponiergehabe und liefern sich kleine Rangeleien.
Nur die Mitte des kleinen Tümpels scheint tief genug zu sein, um ein kleines Bad zu nehmen.
Auf unserer Weiterfahrt erfreuen wir uns an ein paar Erdhörnchen. Diese kleinen Tierchen sind zwar kleiner als die Elefanten, dafür aber umso süßer.
Auf dem Weg zum Anderson Gate begegnen wir einem riesigen Elefantenbullen. Er steht am Straßenrand und snackt genüsslich an ein paar vertrockneten Sträuchern und Gräsern. Ein wahrer Koloss unter seinen Artgenossen.
Unser heutiges Ziel, die Etosha Safari Lodge, liegt etwa 10 km südlich des Anderson Gates, dem Hauptzugang des Etosha Nationalparks. Wir erreichen die Lodge gegen 17:00 Uhr. Sie thront auf einem Hügel und bietet einen fantastischen Ausblick.
Das Hauptgebäude hat eine große Terrasse. Am Abend bestellen wir uns hier einen Gin-Tonic und genießen das beeindruckende Panorama sowie einen atemberaubend schönen Sonnenuntergang.
Das Abendessen um 19:00 Uhr wird in Buffetform serviert. Ein reichhaltiges Angebot lädt dazu ein, in Ruhe zu stöbern, zu probieren und sich von den Aromen leiten zu lassen.
25.07.2025
Heute haben wir eine ganztägige Tour durch den tierreichen Etosha Park auf dem Plan. Ab 06:00 Uhr gibt es Frühstück und um 07:10 brechen wir von der Lodge auf, indem wir die kleine Zufahrtsstraße hinunterfahren, die sich sanft den Hügel hinunter schlängelt.
Unten stoßen wir auf die C38, die Hauptstraße zum südlichen Eingang des Etosha-Nationalparks. Die Straße ist asphaltiert, gut befahrbar und führt uns durch eine weitläufige Savannenlandschaft.
Am Anderson Gate meldet sich Christopher an. Ab hier merken wir: Jetzt beginnt der richtige Etosha-Moment. Hier können wir die ersten Tiere sichten. Eine Thomson-Gazelle zeigt sich in voller Pracht. Kurz darauf begegnen wir einer Herde Zebras. Und danach sehen wir eine Trappe.
Wir passieren eine Kameldornakazie, die ein großes Vogelnest trägt. Das massive Nest wurde von geselligen Webervögeln gebaut.
Plötzlich erscheint ein markanter Turm. Wir haben das Okaukuejo-Camp erreicht. Hier machen wir eine kurze Pause, denn unsere Gruppe teilt sich jetzt auf. Ein Teil wechselt in offene Geländewagen. Diese Safari ist optional und findet alternativ zur in unserer gebuchten Reise enthaltenen Safari im Reiseminibus statt.
Wir haben uns für den Minibus entschieden. Nach der Pause setzen wir unsere Safari fort. Kaum sind wir ein paar Minuten unterwegs, stehen ein paar Gnus wie dunkle Punkte im goldenen Gras. Kurz darauf sucht ein Schakal nach einer möglichen Beute. Die offene Savanne ist hier perfekt für unsere Tierbeobachtungen.
Wir sehen einen Baum, der gleich mehrere Nester der geselligen Webervögel hat. Webervögel bauen ihre kunstvollen Hänge- oder Gemeinschaftsnester oft jedes Jahr neu oder erweitern sie.
Eine Herde Zebras zieht gemächlich an uns vorbei. Zebras, so weit das Auge reicht.
Ein Schakal wirft einen kurzen Blick zu uns rüber, folgt dann aber wieder seinem Jagdinstinkt.
Eine einzelne Orix-Antilope steht im hohen Gras und frisst genüsslich. Erdhörnchen sind echt niedliche Tiere. Die Hörnchen haben grobes, zimtfarbenes Fell mit einem weißen Streifen an jeder Seite und einer buschigen, fächerartigen Rute.
Giraffen bewegen sich anmutig und elegant durch die weite Landschaft.
Gegen Mittag erreichen wir wieder das Okaukuejo-Camp mit dem auffälligen Turm. Hier war früher eine deutsche Polizei- und Militärstation.
Die andere Gruppe wird erst gegen 14:00 Uhr zurück sein. Wir nutzen diese lange Mittagspause und machen uns auf den Weg zu einem nahegelegenen Wasserloch. Es soll eines der schönsten Wasserlöcher im Etosha Nationalpark sein und wird abends beleuchtet.
Der Weg dorthin ist nicht allzu anstrengend, aber in der Mittagshitze brennt die Sonne ganz schön auf uns nieder. Umso entspannter ist die Atmosphäre am Wasserloch. Es gibt dort auch Sitzgelegenheiten, sodass wir von unseren Plätzen aus ganz entspannt das Schauspiel genießen können.
Und es gibt viel zu sehen. Für Fotografie-Liebhaber ist dieser Ort ganz sicher ein Traum. Das Bild, das sich uns bietet, wechselt ständig.
Wir sehen Zebras, Oryxantilopen, Springböcke, Kudus, Gnus, aber auch Vögel wie den schönen Rotaugenbülbül, einen Reiher und einen großen Geier im Flug.
Gegen 14:00 Uhr versammeln wir uns wieder am markanten Turm. Die Gruppe im offenen Geländewagen ist immer noch nicht zurück. Es dauert noch etwa eine halbe Stunde. Dann kommen sie. Sie sehen etwas verstaubt aus, mit zerzausten Haaren, aber überglücklich.
Nun machen wir uns langsam auf den Rückweg zu unserer Etosha Safari Lodge. Bei einem Stopp an einem weiteren Wasserloch können wir wieder ein paar Dickhäuter bewundern. Auch Giraffen sehen wir. Die Tierdichte hier ist wirklich beeindruckend.
Gegen 17:00 Uhr sind wir wieder in unserer Lodge, noch rechtzeitig, um bei einem Gin Tonic den Sonnenuntergang zu genießen. Morgen verabschieden wir uns vom Etosha Nationalpark.
26.07.2025
Der Morgen in der Etosha Safari Lodge beginnt mit ein wenig Wehmut. Heute verabschieden wir uns vom Etosha Nationalpark. Unser Reiseplan sieht vor, dass wir heute ins Erongo-Gebirge zur Hohenstein Lodge fahren.
Um 08:00 Uhr stellen wir unsere Koffer vor die Tür, und um 09:00 Uhr geht’s los. Ein letzter Blick auf die weiten Ebenen Etoshas — dann machen wir uns auf den Weg, hinaus auf die C38, in Richtung Süden.
Die Straße zieht sich schnurgerade durch die Landschaft, und wir spüren die unendliche Weite. In Outjo legen wir eine erste Pause ein. Es ist ein hübsches Städtchen mit netten Leuten. Hier kaufen wir uns ein kleines Andenken.
Hinter Outjo wird die Landschaft offener und rauer. Das Land wirkt weit und ungezähmt, ganz ehrlich. Wir sehen Viehherden rechts und links der Straße.
An einem der vielen Termitenhügel am Straßenrand halten wir für einen kurzen Stopp. Christopher, der selbst einmal auf einer Farm aufgewachsen ist, hat viel über die Termiten und ihre beeindruckenden Bauten zu erzählen. Termitenhügel in Namibia sind weit mehr als nur fotogene Punkte in der Savanne. Sie sind ökologische Kraftwerke, Klimaanlagen, Pilzgärten und kulturelle Symbole in einem.
Sie besitzen ein ausgeklügeltes System aus Schächten und Tunneln, das Temperatur und Luftfeuchtigkeit im Inneren konstant hält — selbst bei extremer Hitze tagsüber und Kälte nachts.
Termiten züchten in ihren Nester spezielle Pilze, indem sie zerkleinertes Pflanzenmaterial (Holz, Gras) mit Pilzsporen vermischen und so einen externen Verdauungsprozess in Gang setzen, der die schwer verdauliche Zellulose in leicht verwertbare Nährstoffe umwandelt. Die Termiten ernten und fressen dann die Pilzkörper und deren Knöllchen.
Im Inneren ist ständig Betrieb: Brutpflege, Pilzzucht, Bauarbeiten und Vorratshaltung. Termitenhügel reichern den Boden mit Nährstoffen an. Pflanzen gedeihen dort oft prächtiger, und sie dienen letztendlich als Nahrungsquelle für Tiere, die die Termiten fressen.
Wir fahren weiter nach Omaruru, wo wir eine Mittagspause einlegen. Hinter Omaruru biegen wir ab. Jetzt wird die Straße zur Piste.
Der Wagen hüpft ein wenig über den Schotter, und die Fahrt wird zu einem kleinen Abenteuer. Links und rechts ragen die Granitkugeln des Erongo-Massivs in den Himmel, als hätte ein Riese sie achtlos fallen lassen. Die Felsen leuchten in wechselnden Farben. Mal rostbraun, dann rötlich oder in einem schönen Grau. Auch hier sehen wir wieder Giraffen.
Am Fuße des beeindruckenden Hohensteinmassivs liegt die Hohenstein Lodge. Wir erreichen sie gegen 15:30 Uhr. Von außen wirkt sie wie ein einfaches Basislager am Rand eines riesigen Bergmassivs. Doch beim Betreten des Hauptgebäudes sind wir einfach nur begeistert. Hier stimmt alles. Modern und sehr geschmackvoll eingerichtet, werden wir von ausgesprochen freundlichen Mitarbeitern empfangen.
Die Gästezimmer befinden sich in freistehenden Bungalows, die jeweils über eine private Veranda verfügen. Die Zimmer sind sehr geräumig und ebenfalls äußerst geschmackvoll eingerichtet. Es fehlt an nichts.
Von den Bungalows und dem Restaurant aus haben wir einen atemberaubenden Blick auf ein weites Tal und das Hohensteinmassiv.
Das anschließende Abendessen bestätigt uns: hier wird auf einem sehr hohen Niveau gekocht.
27.07.2025
Der Plan für heute sieht so aus: Frühstück ab 07:00 Uhr und um 09:00 Uhr eine Wanderung, die von Christopher geleitet wird, auf dem Gelände der Lodge. Am Nachmittag steht dann um 16:00 Uhr eine Jeep-Safari auf dem Programm.
Die Wanderung startet direkt an der Lodge und führt uns durch weite Graslandschaften. Wir folgen einem engen Pfad, der sanft einen Hügel hinaufführt. Es ist einfach ein tolles Gefühl, die Wildnis mal zu Fuß zu erkunden, ohne im Geländewagen zu sitzen.
Christopher erklärt uns die Landschaft und die Menschen, die hier leben. Sie setzen viel aufs Spiel, um Edelsteine und Mineralien, wie Aquamarin, Turmalin, Topas, Amethyst, Granat und Fluorit, aus dem Hohenstein-Gebirge zu gewinnen.
Das Terrain fällt nun leicht ab und wir kommen zu einem ausgetrockneten Fluss. Hier stehen auch einige Kameldornbäume. Etwas weiter sehen wir eine Herde Gnus, die im tiefen, goldenen Gras steht.
Plötzlich, irgendetwas hat sie erschreckt, setzt die ganze Herde zur Flucht an. Die Geschwindigkeit, mit der sie davonlaufen, ist beeindruckend. Ausweichen? Absolut unmöglich! Glücklicherweise flieht die Herde nicht in unsere Richtung.
Gegen 10:30 Uhr sind wir von unserer Wanderung zurück. Bis 16:00 Uhr genießen wir die großartige Aussicht von unserer Terrasse oder dem Hauptgebäude und beobachten eine Gruppe Paviane an der nahegelegenen Wasserstelle.
Die anschließende Safari findet im offenen Geländewagen statt. Während der Fahrt sehen wir viele Strauße, Springböcke, Gnus und Zebras.
Um uns alte Felsmalereien anzuschauen, müssen wir ein Stück zu Fuß gehen. Wir laufen hintereinander einen schmalen Pfad entlang, als plötzlich jemand aus der Gruppe schreit. Eine Schlange? Und tatsächlich, unter einem Stein, kaum sichtbar, entdecken wir sie. Es ist wahrscheinlich eine Sandboa, und sie scheint genauso viel Angst vor uns zu haben wie wir vor ihr. Uns ist nichts passiert und der Schlange auch nicht.
Die Begegnung mit der Schlange zeigt uns aber, wie wichtig es ist, immer die Augen und Ohren offen zu halten, vor allem wenn man zu Fuß im Busch unterwegs ist. Die alten Felsmalereien waren dann nicht ganz so beeindruckend.
Wir kehren zum Geländewagen zurück und setzen unsere Safari fort. An einer speziell errichteten Plattform machen wir einen Halt, um den wunderschönen Sonnenuntergang zu genießen. Dazu gibt es kleine Snacks und Getränke. Wir sind wirklich im Paradies.
Um 19:00 Uhr sind wir zurück in unserer Lodge und um 19:30 Uhr werden wir von einem hervorragenden Abendessen erneut verwöhnt.
28.07.2025
Der Tag startet mit einem fantastischen Sonnenaufgang. Die ersten Strahlen der Sonne strahlen über die Granitgipfel des Erongo-Gebirges und tauchen die Felsen in ein warmes Licht.
Langsam heißt es Abschied von diesem traumhaften Ort nehmen. Unser Ziel für heute ist das Meer.
Kurz nach unserer Abfahrt um 10:00 Uhr öffnet sich die Landschaft. Der Weg führt durch eine weite Savanne, die allmählich in eine Halbwüste übergeht. In der Ferne ist die bekannte Spitzkoppe, ein Inselberg, sichtbar.
Je näher wir der Küste kommen, desto karger wird die Umgebung. Die Farben werden blasser, das Licht intensiver, und schließlich liegt ein leichter Nebel in der Luft.
Plötzlich steht die Stadt Swakopmund vor uns. Diese deutscheste Stadt Afrikas ist von Sanddünen und dem Atlantik umgeben. Palmen säumen die Straßen, und die Luft ist erfüllt vom Geruch von Salz und frischem Wind.
Da wir recht früh angekommen sind, entscheidet sich Christopher, die obligatorische Stadtrundfahrt vorzuziehen.
Vorbei an der Mole und dem Leuchtturm am Atlantikufer werfen wir einen Blick auf das Woermannhaus mit seinem markanten Turm und das Alte Amtsgericht. Die Straßen in Swakopmund sind für diese kleine Stadt extrem breit und großflächig angelegt. Der alte Bahnhof wurde mittlerweile zu einem Hotel umgebaut. Auch das Hohenzollernhaus ist ein wichtiges Baudenkmal.
Das Hansa Hotel, direkt im Zentrum, empfängt uns mit seinem nostalgischen Charme: dunkles Holz, gedämpftes Licht und ein Hauch kolonialer Eleganz. Es ist jetzt 13:00 Uhr, und die Zimmer sind noch nicht bezugsfertig. Also machen wir einen Spaziergang Richtung Leuchtturm und den Atlantik. Auf dem Kunsthandwerkermarkt, einem sehr touristischen Ort, holen wir uns ein kleines Souvenir.
Um 14:00 Uhr können wir dann endlich unser Zimmer beziehen. Danach bummeln wir durch den „Swakopmund-Central“, den historischen Stadtkern von Swakopmund. Viele Gebäude stammen aus der Zeit der deutschen Kolonialherrschaft (ca. 1900–1915) und zeigen typische Merkmale wie Erker, Türmchen und Giebel. Die Fassaden sind in sanften Pastelltönen gehalten. Die Bauwerke bestehen aus massiven Steinstrukturen und sind mit Holzverzierungen im Jugendstil kombiniert.
Zurück im Hotel erwartet uns um 18:30 Uhr das Abendessen. Ich habe mich für den atlantischen Seeteufel entschieden und bin begeistert.
Für morgen gibt es verschiedene Möglichkeiten. Wir können uns zwischen einer Katamaranfahrt, einer Living Desert Tour, einem Rundflug über die Wüste, einer Radtour oder… entscheiden. Alles ist optional und muss vor Ort zusätzlich bezahlt werden. Wir wählen die Katamaranfahrt in der Bucht von Walvis Bay zu einer großen Robbenkolonie am Pelican Point.
29.07.2025
Ab 07:00 Uhr gibt’s Frühstück, und um 08:00 Uhr versammeln sich die Leute für den Katamaran-Ausflug vor dem Hotel. Der Bus von Ocean Adventures, der uns nach Walvis Bay bringen soll, hat etwas Verspätungn, aber letztendlich klappt alles und wir sind um 08:50 Uhr am Bootsanleger in Walvis Bay. Dort kassiert der Fahrer von jedem von uns 77 US $ für den Bootstrip. Jetzt können wir auf unseren Katamaran steigen.
Kaum haben wir die geschützte Bucht verlassen, weht ein frischer Wind über das Deck. Zum Glück sind genug warme Decken vorhanden. Bevor der Katamaran richtig Fahrt aufnimmt, springt noch ein blinder Passagier an Bord. Zu unserer Freude ist es eine Seerobbe.Der Kapitän und die Robbe scheinen beste Freunde zu sein, denn sie bekommt zur Begrüßung ein paar Snacks.
Wir fahren an vielen Austernfischern vorbei. Nach etwa einer dreiviertel Stunde sehen wir den langen, schmalen Sandstreifen von Pelican Point mit dem Leuchtturm. Und bevor wir näher kommen, hören wir sie schon — ein tiefes, kehliges Konzert aus Grunzen, Bellen und Fauchen.
Die Robbenkolonie ist beeindruckend. Hunderte, vielleicht Tausende von Tieren liegen eng beieinander am Strand, räkeln sich, gleiten ins Wasser und tauchen wieder auf. Einige schwimmen neugierig zu unserem Boot, heben ihre Köpfe aus den Wellen und mustern uns mit funkelnden Augen.
Auch Delfine tummeln sich um das Boot. Plötzlich hören wir ein Geräusch, das ich nur aus Filmen kenne. „Da bläst er!“ ist ein Ausruf, um das Erscheinen eines Wals zu signalisieren, und stammt aus dem Roman Moby Dick.
Wir sind nicht das einzige Boot hier vor der Sandbank. Sofort beginnt eine aufregende Jagd auf das größte lebende Tier auf diesem Planeten. Aber egal wo er aufgetaucht ist, so schnell ist er auch wieder verschwunden. Ein weiteres Mal höre ich das Blasen, aber meine Augen schauen in eine ganz andere Richtung. Schade, ich habe ihn nicht gesehen, aber es war trotzdem ein ganz besonderer Moment.
Wir drehen um und machen uns auf den Rückweg. Die Crew hat inzwischen ein kleines Buffet vorbereitet. Neben frischen Austern gibt es auch andere kleine Snacks und ein oder zwei Gläser Sekt oder Saft, Cola und Bier dazu.
Ich habe noch nie Austern gegessen; es ist eine Premiere für mich. Sie schmecken nach Meer, aber nicht zu salzig, frisch, aber nicht fischig, eher nach Muschelfleisch und haben eine feste, angenehme Konsistenz. Wir lehnen uns zurück und lassen die Eindrücke bei einem Glas Sekt wirken.
Sobald wir dem Hafen näher kommen, gesellt sich wieder eine Robbe zu uns auf das Deck, und sogar ein Pelikan fliegt heran und fordert seine „Hafengebühr“ in Form von Fisch ein.
Es riecht nach Hafen, Diesel und Meer, als wir am Pier anlegen. Ich mag diesen Geruch. Ocean Adventures bringt uns gegen 14:00 Uhr wieder vor unser Hotel.
Es bleibt noch etwas Zeit bis zum Abendessen, also beschließen wir, gegen 15:00 Uhr zur Kristall Galerie in Swakopmund zu gehen. Die Kristall Galerie ist ein modernes Mineralienmuseum. Teil der Ausstellung ist der größte Kristall der Welt. Hier werden zahlreiche Edel- und Halbedelsteine aus ganz Namibia gezeigt, jeder schöner als der andere. Natürlich gibt es nach der Ausstellung die üblichen Verkaufsräume, aber wir werden nicht zum Kauf gedrängt.
Zurück im Hansa Hotel gönnen wir uns eine ganz besondere Spezialität des Hauses, einen Colonial Coffee. Der Colonial Coffee im Hansa Hotel ist nicht nur ein Getränk, sondern ein kleines Schauspiel. Ein Kellner kommt mit einem kleinen Servierwagen, auf dem alles bereitliegt:
• ein schwerer Silberkessel mit dampfendem Kaffee
• ein Glas mit braunem Zucker
• ein ordentlicher Schuss Brandy oder Rum
• frische, kühle Sahne
• lange Streichhölzer oder ein Feuerzeug für den großen Augenblick
Schon das Heranfahren des Wagens hat etwas Festliches. Der Kellner füllt den Brandy in ein silbernes Kännchen und erwärmt ihn leicht über einer kleinen Flamme. Dann ist der Moment gekommen, auf den alle gewartet haben:
Der Alkohol wird angezündet.
Eine blaue Flamme flackert über dem Kännchen.
Der Kellner hebt es an und gießt den brennenden Alkohol in einem feinen Strahl von einem Gefäß ins andere, wo der braune Zucker liegt. Der Zucker beginnt zu schmelzen und leicht zu karamellisieren.
Nun fügt der Kellner langsam den heißen Kaffee hinzu. Die Flamme erlischt, und das Getränk nimmt seine finale Form an: dunkel, aromatisch, kräftig. Zum Schluss wird die Sahne vorsichtig auf die Oberfläche gegossen, sodass sie sich als helle, kühle Schicht absetzt. Der Colonial Coffee im Hansa Hotel ist nicht nur ein Getränk, sondern ein Erlebnis, das perfekt zur Atmosphäre des historischen Hauses passt.
Um 18:45 Uhr bringt uns Christopher zum Jetty. Es ist die alte Landungsbrücke in Swakopmund, die meist als Jetty bezeichnet wird, ein Schiffsanleger (Seebrücke). Am Ende der Landungsbrücke gibt es ein sehr beliebtes Restaurant in Swakopmund. Es ist entsprechend voll und lebhaft. Ich bestelle etwas Einfaches:
Fish & Chips
Fresh Fish grilled or dipped in a beer batter and deep fried.
Served with mushy peas, chips and tartar sauce.
Simple and delicious!
Es schmeckt allen ausgezeichnet. Nur die Geräuschkulisse im Restaurant ist ziemlich laut.
30.07.2025
Der Morgen in Swakopmund startet ganz typisch. Der Küstennebel hält sich hartnäckig, und ein frischer Wind weht. Heute verlassen wir diesen Ort. Es geht in die Wüste.
Ab 07:00 Uhr gibt es Frühstück, bis 08:00 Uhr sollen die Koffer vor die Tür gestellt werden, und pünktlich um 09:00 Uhr geht’s los. Bei unserer kleinen Gruppe klappt das super.
Etwa 30 Kilometer südlich von Swakopmund liegt Walvis Bay in einer Lagune. In dieser Lagune befindet sich ein wichtiges Vogelschutzgebiet. Hier legen wir einen kurzen Halt ein. Auf einer Sandbank vor uns können wir unzählige Vögel beobachten. Die Flamingos und Pelikane sind in der Überzahl.
Hinter Walvis Bay zieht der Nebel wie ein Vorhang weg, und plötzlich sehen wir die Wüste vor uns. Die Straße B2 wird zur C14, und links und rechts erstreckt sich eine endlose Ebene. Die Fahrt wird zu einem monotonen Kieselgeräusch durch die Steppenlandschaft.
Manchmal steht ein Oryx wie eine Landschaftsdekoration am Straßenrand, und manchmal sehen wir eine halbe Stunde lang kein anderes Fahrzeug.
Wir überqueren den Kuiseb Pass und machen an einem der Aussichtspunkte eine Pause. Von hier aus blicken wir auf eine beeindruckende Mondlandschaft. Es liegen noch einige Kilometer vor uns, also geht’s weiter.
Solitaire erscheint am Horizont wie eine Fata Morgana. Alte Autowracks rosten in der Sonne, und im kleinen Laden riecht es nach Benzin und Staub. Christopher erzählt, dass es hier eine Bäckerei gibt, die den berühmten Apfelkuchen anbietet. Leider ist die Bäckerei wegen Renovierung geschlossen.
Solitaire ist ein sehr kleiner, aber feiner Wüstenort. Viele Reisende nutzen ihn als Zwischenstopp und Tankstelle für Auto und Mensch. Solitaire selbst besteht nur aus einer Tankstelle, einem Laden, einer Kapelle und einer Bäckerei mit angeschlossenem Café. Eine Lodge und ein Zeltplatz runden den Ort ab.
Von Solitaire führt die C19 weiter in Richtung Sesriem. Die Berge werden rötlicher, kantiger und dramatischer. Das Licht verändert sich, als würde jemand langsam den Goldfilter hochdrehen. Dann taucht sie endlich auf: die Little Sossuss Lodge. Gegen 16:00 Uhr haben wir unser Ziel erreicht.
Es folgt das Gewohnte: Zimmerschlüssel verteilen, Bungalow suchen, frisch machen und die Beine vertreten. Um 19:00 Uhr treffen wir uns zum Abendessen im Hauptgebäude.
31.07.2025
Der Tag beginnt für uns um 06:45 Uhr, lange bevor die Sonne aufgeht. Die Luft ist noch frisch, und wir schnappen uns die Lunchpakete, die für uns vorbereitet wurden. Schnell noch eine Tasse heißen Kaffee, und dann geht’s los.
Unser Ziel sind die Dünen am Sossusvlei. Vom Tor in Sesriem führt eine Straße in die Namib. Links und rechts erheben sich die ersten Dünen, die im Zwielicht noch grau erscheinen. Doch dann, ganz allmählich, beginnt das Schauspiel: Die Sonne geht auf, und die Dünen erwachen zum Leben. Zuerst ein Hauch von Rosa, dann ein kräftiges Orange, schließlich ein tiefes Rot. Einfach atemberaubend!
Die Düne 45 steht wie ein Monument am Straßenrand. Ihr Grat ist scharf wie ein Messer. Diese Düne liegt bei Kilometer 45 zwischen Sesriem und Sossusvlei, was ihren Namen erklärt. Wir lassen die Düne hinter uns und fahren weiter.
Unser Ziel ist Big Daddy, eine der höchsten Dünen weltweit. Kurz vor dem Dead Vlei, das mit seinen 800 Jahre alten, abgestorbenen Bäumen und dem über dem Dead Vlei thronenden Big Daddy aufwartet, wechseln wir auf einem Parkplatz das Fahrzeug. Ab hier geht es nur noch mit einem Allradfahrzeug weiter.
Endlich sind wir angekommen. Geradeaus gelangt man zum Dead Vlei, und links davon beginnt der Aufstieg zur Düne. Christopher zeigt uns den Weg und erklärt, welchen Punkt auf der Düne wir unbedingt erreichen müssen, um sicher wieder ins Dead Vlei absteigen zu können.
Es ist etwa 09:30 Uhr, als sich die Mutigen aus unserer Gruppe bei strahlendem Sonnenschein auf den Weg zur Düne machen. Wir nähern uns Big Daddy, der sich wie eine langgezogene ägyptische Pyramide aus Sand vor uns erhebt. Schritt für Schritt beginnen wir den Aufstieg.
Ich versuche, in die Fußstapfen meines Vorgängers zu treten. Trotzdem ist der Aufstieg schweißtreibend. Diese Wanderung über die Dünen ist anstrengender als gedacht. Je höher wir kommen, desto häufiger werden die Pausen, die wir machen. Meine Schuhe versinken tief im weichen Sand. Jeder Schritt wird zur Herausforderung. Der Sand ist extrem weich und gibt sofort nach, und dazu brennt die Sonne gnadenlos.
Doch jeder Schritt bringt mich höher, und die Aussicht von hier oben ist fantastisch. Ich suche mir einen Punkt, bis zu dem ich es noch schaffen möchte, denn für den ganz oben fehlt mir jetzt die Kraft. Als ich endlich ankomme, entscheiden sich einige aus meiner Gruppe, nach einer Pause ebenfalls ins Dead Vlei abzusteigen.
Das Dead Vlei liegt unter uns wie ein trockener, weißer See, in dem die dunklen, verkohlten Silhouetten der jahrhundertealten Kameldornbäume wie Treibholz erscheinen. Zwischen diesem Treibholz sind winzige Menschen auszumachen. Sie sehen aus wie Ameisen.
Der steile Abstieg ins Dead Vlei wird zum Highlight der Tour. Ich laufe, hüpfe, gleite oder rutsche durch den tiefen Sand und muss darauf achten, nicht komplett ins Rollen zu geraten. Der Spaß ist garantiert; ich darf wieder Kind sein.
Unten im Dead Vlei heißt es zuerst, den feinen Sand abzuschütteln. Aus meinen Schuhen schütte ich gefühlt jeweils ein Kilo Sand.
Hier im Dead Vlei herrscht eine seltsame, friedliche Stille. Es weht kein Lüftchen, und die abgestorbenen Bäume stehen seit Jahrhunderten hier und sehen aus wie groteske Skulpturen. Der Boden ist hart und hell, fast weiß.
Im Gegensatz dazu strahlen die Dünen ein rotes Licht aus. Dieser Ort ist ein einzigartiges Kunstwerk der Natur. Es ist einfach wunderschön.
Der Rückweg zum Parkplatz scheint ewig zu dauern, aber ich bin glücklich und zufrieden.
01.08.2025
Die finale Etappe dieser Rundreise steht bevor. Es geht von der Namib in die Hauptstadt Namibias. Um 09:00 Uhr geht’s los.
Die ersten Kilometer führen über eine Schotterstraße, die sich wie ein graues Band durch die rötliche Landschaft schlängelt. Mit jedem Kilometer öffnet sich die Landschaft mehr. Die Berge werden flacher, die Ebenen breiter.
Entlang der langen Straße sehen wir beeindruckende Bauwerke der Siedelweber. Diese Gemeinschaftsnester erscheinen wie kleine Meisterwerke der Architektur auf den Telefonmasten.
Je näher wir Windhoek kommen, desto mehr spüren wir den Wandel: von der völligen Einsamkeit der Wüste hin zu einer sanften, aber stetigen Rückkehr in die Zivilisation. Die Hügel werden grüner, die Farmen nehmen zu, und schließlich tauchen die ersten Vororte auf.
Das Londiningi Guesthouse, das in einem ruhigen Stadtteil von Windhoek liegt, erreichen wir gegen 14:00 Uhr. Das Gästehaus ist gut geschützt mit Stacheldraht, Alarmanlage und einem Wachdienst. Windhoek ist leider nicht die sicherste Stadt. Aber hier im Gästehaus können wir nach der langen Reise entspannen und zur Ruhe kommen.
Im schönen Innenhof setzen wir uns mit einem kühlen Getränk in den Schatten. Für heute ist nichts Weiteres geplant. Um 19:00 Uhr treffen wir uns zum letzten gemeinsamen Abendessen.
02.08.2025
Es hat der letzte Tag dieser wunderbaren Rundreise begonnen. Die Koffer sind gepackt und warten darauf, verladen zu werden.
Um 10:00 Uhr erkunden wir bei einer kurzen Rundfahrt die Stadt und ihren historischen Kern rund um die Christuskirche und den Tintenpalast. Danach geht es in die Township Katutura. Anschließend besuchen wir die Fraueninitiative Penduka.
Zum Abschluss haben wir noch die Möglichkeit, in einer belebten Straße in Windhoek die letzten Souvenirs einzukaufen. Dann machen wir uns auf den Weg zum Flughafen.
Christopher verkündet: Wir haben insgesamt 3276 km zurückgelegt. Am Flughafen verabschieden wir uns von Christopher.
Unser Flug 4Y133 ist für 19:20 Uhr angesagt. Die Koffer sind eingecheckt und das Boarding beginnt um 18:30 Uhr. Wir haben einen ruhigen Flug und landen pünktlich um 05:25 Uhr am Frankfurter Flughafen.
Jetzt beginnt der schwierigere Teil der Rückreise. Um 08:09 Uhr soll es mit dem ICE 994 nach Berlin gehen, aber der Zug wurde von der Deutschen Bahn gecancelt. Wir fragen einen Bahnmitarbeiter und erfahren, dass es einen Ersatzzug geben soll. Auf meine Frage nach den reservierten Sitzplätzen bekomme ich eine negative Antwort. Die sind natürlich nicht mehr gültig.
Weitere Informationen gibt es im DB-Reisezentrum. Das DB-Reisezentrum öffnet aber erst um 10:00 Uhr. Ach, denke ich mir, wir sind wieder in Deutschland.
Der Ersatzzug kam tatsächlich und wir sind am 03.08.2025 mit nur minimaler Verspätung zu Hause angekommen.
Fazit der Afrika-Reise:
Der Reiseanbieter Chamäleon ist nicht der günstigste. Allerdings bietet er etwas ganz Besonderes. Chamäleon hat es geschafft, die perfekte Mischung zu kreieren, die eine Reise unvergesslich macht: eine erstklassige Organisation, sorgfältig ausgewählte Lodges, eine kleine Gruppe und ein Reiseverlauf, der nicht hetzt, sondern Raum zum Durchatmen lässt.
Die Naturerlebnisse waren intensiv und authentisch. Die Sonnenauf- und -untergänge, die den Himmel in goldene Farben tauchten, die zahlreichen Tierbegegnungen, die uns in Staunen versetzten, die tosenden Victoriafälle, die uns begeisterten, die Wüste mit Big Daddy und vieles mehr. Unser Reiseleiter Christopher war äußerst kompetent, herzlich und jederzeit ansprechbar. Seine Begeisterung für sein Land war ansteckend.
Diese Reise wird uns noch lange im Gedächtnis bleiben. Eine Weiterempfehlung ist zu 100 % sicher.
Literaturempfehlung:
„Wenn es Krieg gibt, gehen wir in die Wüste“ – von Henno Martin
„Was Afrika mir gab und nahm“ – von Margarete v. Erkenbrecher
„Südwest. Ein afrikanischer Traum“ – A. E. Johann
































































































































































































































































