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Iran - 09.10.2015

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09.10.2015

IMG_4368 Bereits um 08:00 Uhr fahren wir, aufgeteilt in zwei Kleinbusse, unserem heutigen Ziel, der Festung der berühmt-berüchtigten Assassinen, entgegen. Wir werden 4,5 Stunden dorthin unterwegs sein. Nachdem wir die Stadt hinter uns gelassen haben, geht es immer tiefer in die urwüchsige Bergwelt hinein. Hier, im Elburz Gebirge, war im 10. Jahrhundert der Perser Hasan-i Sabbāh - häufig auch irrtümlich als „der Alte vom Berg“ bezeichnet - der Anführer einer ismailitischen Religionsgemeinschaft.IMG_4370 IMG_4376 Diese Glaubensgemeinde, eine militante Abspaltung der Sekte der Ismaeliten, wurde unter dem Namen Assassinen bekannt. 1090 brachte Hasan-i Sabbāh die Festung Alamut in seinen Besitz, die er bis zu seinem Tod nicht mehr verlassen sollte. Er ließ einen schönen Garten anlegen und eine große Bibliothek errichten. Die Bergfestung sollte nach diversen Umbauten für die nächsten 160 Jahre als uneinnehmbar gelten. Seine Anhänger wurden als religiös-fanatische Krieger und Kämpfer ausgebildet. Selbst Marco Polo beschrieb in seinem Reisebericht, wie die unter Drogen gesetzten Jünglinge in den schönsten und größten Garten der Welt gebracht wurden. "In den Brunnen floss Wasser, Honig und Wein.IMG_4383 IMG_4387 Die schönsten Jungfrauen und Edelknaben sangen, musizierten und tanzten dort." Wieder in die Gegenwart zurückgekehrt, wurde ihnen dieses Paradies auf Ewigkeit versprochen, wenn sie bereit wären, ihr Leben für den Kampf gegen die sunnitischen Machthaber herzugeben. Als Waffe wählten sie stets den Dolch und ihre Opfer waren immer Männer mit Einfluss. Mit List und Verkleidung gelangten sie regelmäßig in höchste Kreise und nahmen bei den Attentaten den eigenen Tod billigend in Kauf. Sogar christliche Kreuzfahrer wurden Ziel der Assassinen (auch Haschisch-Fresser genannt). Der Markgraf Konrad von Montferrat, König von Jerusalem, wurde 1192 erstochen. Die Mörder hatten sich als christliche Mönche getarnt. Erst den Mongolen gelang es letzten Endes, 1250 die Festung Alamut zu erobern und zu zerstörten.
IMG_4388 IMG_4395 Wir sind jetzt im Dorf Gazor Khan angekommen. Es liegt unterhalb der Burg. Unsere Kleinbusse quälen sich über eine schmale Straße durchs Dorf, um wenig später am Einstieg zum Berg anzuhalten. Die Begrüßung ist abweisend. Es schüttet wie aus Gießkannen. Ein kleiner Bach wird zum reißenden Fluss. Jetzt aufzusteigen ist unmöglich. Wir gehen zu einer nahegelegenen Gaststätte. Vor dem Betreten ziehen wir die Wanderschuhe aus. Das Innere wirkt wie ein Wohnzimmer. In der Mitte liegt ein großer Teppich und vor den Wänden sind Sessel, eine Couch und ein kleiner Tisch angeordnet. Traditionell nehmen wir auf dem Teppich Platz und essen eine Kleinigkeit. Mittlerweile ist auch der Wolkenbruch vorbei und somit der Aufstieg möglich. Wir machen uns auf, um den Berg zu erklimmen. Dieses Mal habe ich meine Wanderstöcke dabei und der Aufstieg gelingt mir, trotz lädiertem Knie, recht gut. Es ist, ehrlich gesagt, nicht mehr allzu viel von der alten Festung vorhanden. Gleichwohl sind die Aussichten auf die atemberaubende Bergwelt während des Auf- und späteren Abstiegs wunderschön. Wieder unten am Kleinbus angekommen, bin ich noch zutiefst beeindruckt von diesem geschichtsträchtigen Ort.
IMG_4411 IMG_4412 Auf der Rückfahrt machen wir einen Abstecher zum ca. 1.800 Meter hoch gelegenen Evan-See. Für mich stellt dieses Gewässer, abgesehen von der Höhe, nicht Besonderes dar. Es ist ein kleiner runder Bergsee mit Schilfgürtel am Ufer. Da gibt es in Mecklenburg Besseres zu sehen. Wir sind fast die einzigen Besucher. Eine iranische Familie hat am Ufer ihr Zelt aufgeschlagen und übt sich im Camping. Weil es aber schon recht kalt geworden ist, flüchten sie sich lieber zum Aufwärmen in ihr Auto.IMG_4413 Alle sind der Meinung, dass wir die Rückfahrt nun fortsetzen sollten. „Ph, na gut, wie ihr wollt“,  gibt die Reiseleiterin schmunzelnd nach. Die restliche Fahrt ist geprägt durch eindrucksvolle Landschaftsbilder inmitten des Sonnenuntergangs. Wir können uns nicht sattsehen an den Farben dieser wirklich zauberhaften Gebirgswelt.
Auch heute Abend nehmen wir das Essen, auf Grund der Buchung durch eine geschlossene Gesellschaft, nicht im Hotel, sonder in einem nahegelegenen Restaurant ein.  



Aktualisiert ( Sonntag, den 24. April 2016 um 17:51 Uhr )  

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