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Iran - 14.10.2015

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14.10.2015

IMG_4651 IMG_4665 Ein weiterer Tag in Isfahan, die für mich schönste Stadt im Iran. Los geht es nach dem Frühstück um 08:30 Uhr mit dem Ziel, die Freitagsmoschee zu besichtigen. Sie befindet sich am nördlichsten Ende des Basars. Der Haupteingang wirkt recht unscheinbar neben den angrenzenden Läden. Die bereits im 8. Jahrhundert von den Seldschuken erbaute Mosche gilt als eine der ältesten Moscheen im Iran. Im Laufe der Jahrhunderte wurden zahlreiche Veränderungen, Erweiterungen und Restaurationsarbeiten durchgeführt. 1121 wurde die Anlage von den Assassinen (siehe auch 09.10.2015 in diesem Reisebericht) niedergebrannt und fast vollständig zerstört. Erst danach entstand der noch heute bestehende vier Iwanen (Audienzhallen) Baukomplex. Wer also Zeitgeschichte und architektonische Vielfalt hautnah erleben möchte, der kommt an diesem Ort auf seine Kosten. Nach knapp 2 Stunden an diesem historischen Ort fahren wir mit dem Bus die gleiche Strecke wieder zurück, überqueren anschließend den Zayandeh Rud (Zayandeh = lebensspendend und Rud = Fluss) und befinden uns in Dschulfa, dem armenischen Viertel Isfahans. Ich habe mal Wikipedia befragt und habe folgende Antwort zu diesem Stadtteil erhalten:
„Nachdem Schah Abbas I. 1603 Armenien erobert und zwei Jahre später erkannt hatte, dass er das Gebiet nicht halten konnte, hinterließ er verbrannte Erde und siedelte die Bewohner der Weberstadt Dschulfa in den Süden von Isfahan um.“
IMG_4685 IMG_4686 Wir besichtigen in diesem Viertel die von außen recht unscheinbare Vank-Kathedrale. Sie war eine der ersten christlichen Kirchen, die die Armenier in ihrer neuen Heimat erbauten und besitzt eine Kuppel mit einem Kreuz drauf.  Betritt man das Innere der Kirche, dann kommt man aus dem Staunen nicht mehr heraus. Nahezu alle Innenwände sind mit wunderschönen Ikonen und Fresken ausgeschmückt, welche die Geschichte des Alten und des Neuen Testamentes darstellen. Die Bilder sind wirklich unvergleichlich, einzigartig, spektakulär… schööön. Gegenüber der Kirche, in einem separaten Gebäude,  befindet sich noch ein kleines aber feines Museum.
IMG_4702 Es beherbergt neben typische armenischer Gegenstände sehr wertvolle alte handgeschriebene Bücher, die erste Buchdruckmaschine und das erste im Iran gedruckte Buch sowie das angeblich kleinste Buch der Welt (0,7 Gramm).
Nach 45 Minuten geht es schon wieder weiter. Die nächste Sehenswürdigkeit, ein Palast, wartet auf uns. Mir geht das viel zu schnell. Es fehlt die Zeit, die gerade gewonnenen Eindrücke zu verarbeiten. Aber ok, ich habe ja eine Gruppenreise gebucht und passe mich entsprechend dem festgelegten Zeitplan an. Wir verlassen also das armenische Viertel und fahren, oh was für ein Wunder, in die Richtung, aus welcher wir gekommen sind. Die Streckenführung ist heute aber echt komisch.
IMG_4712 Der Palast der vierzig Säulen, oder auch Chehel Sotun-Palast genannt, wurde in der safawidischen Zeit unter Abbas II. errichtet und befindet sich inmitten einer großzügig angelegten Gartenanlage. Der Ali Qapu Palast ist übrigens ganz in der Nähe. Aber den hatten wir ja schon abgehakt. Wir betreten also diese schöne Parkanlage. Neben einem langgestreckten rechteckigen Wasserbecken gelangen wir  zur Eingangshalle. Die Wände im Inneren sind ausgefüllt mit zahlreiche Fresken mit Darstellungen vom Leben am Hofe der Safawiden und historischen Ereignissen. So u.a. die Schlacht von Taher Abad bei Merw, 1510, die Schlacht bei Tschaldiran gegen den Osmanen Selim I. 1514, den Empfang des Mogulherrschers Humayun 1544, ein Bankett zu Ehren des Emirs von Buchara im Jahre 1611 und die Schlacht von Karnal 1739 mit dem Sieg gegen die indische Armee.
IMG_4727 Auf dem Rückweg zum Ausgang fotografiere ich noch einen der vielen „Briefkasten“. Jedenfalls sehen sie so aus. Diese Kästen sind Sammelboxen, aufgestellt vom Staat. Das gesammelte Geld soll den Armen im Land zugutekommen. Wie lange würde wohl so eine Sammelbox in Deutschland überleben?
Nach dem Mittagessen fahren wir zurück zum Hotel, wo wir gegen 14:30 Uhr ankommen. Der verbleibende Nachmittag steht zur freien Verfügung.IMG_4736 Ich beschließe noch einmal die Si-o-se Pol (33 Bogen Brücke oder auch Allah-Verdi-Khan-Brücke) zu überschreiten. Auch diese Brücke wurde in der Safawiden-Zeit erbaut. Auf dem Rückweg verabschiede ich mich gedanklich von dieser schönen Stadt, von diesem interessanten Land und vor allem von den freundlichen Menschen. 



Aktualisiert ( Sonntag, den 24. April 2016 um 17:51 Uhr )  

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